Herzlich Willkommen beim Bundes-netzwerk der Schwerbehindertenvertretungen

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

auch 100 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung der Interessenvertretung behinderter Arbeitnehmer im Gesetz und 10 Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland, ist die gleichberechtigte Teilhabe von Behinderten insbesondere im Arbeitsleben noch lange nicht selbstverständlich.

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Bei Beginn und Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie der Ausgestaltung von Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit Behinderung werden die Schutzvorschriften häufig nicht beachtet. Hier wirken die Schwerbehindertenvertretungen mit, dass Arbeitsbedingungen entsprechend den Bedürfnissen der behinderten Kolleginnen und Kollegen gestaltet werden. Damit wird die Grundlage für die gleichberechtigte Teilhabe auch am gesellschaftlichen Leben gesichert.

Hinzu kommt, dass Gesetze und andere Rechtsvorschriften zu häufig den Erfordernissen für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben nicht gerecht werden.

In diesen Fällen sind umfassend informierte und aktive Schwerbehindertenvertretungen gefordert. Das bedeutet, dass wir Schwerbehindertenvertretungen uns gut vernetzen müssen, um die in unserem Bereich vorhandenen vielfältigen Ressourcen zum Wohle Aller optimal zu nutzen, aber auch, um uns in den Willensbildungsprozess bei der Entstehung von Gesetzen und deren Umsetzung einbringen zu können.

Die Idee das Bundes-NETZWERK der Schwerbehindertenvertretungen zu gründen, wurde am 26.09.2019 im Haus der IG Metall in Berlin geboren.

Regelungen zum Bundesnetzwerk SBV

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Bremen, 07.02.2020

Ergebnisse und Regelungen des Netzwerktreffens vom 08.01.2020 in Hildesheim.

Bundesnetzwerk der Schwerbehindertenvertretungen (BNW SBV)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie schon angekündigt, haben sich die Gründungsmitglieder, einige Arbeitskreis- und Arbeitsgemeinschaften, Sprecher und ausgewählte SBVen aus unterschiedlichen Branchen zu einer Tagung in Hildesheim getroffen. Das Ziel war vorranig, dem Bundesnetzwerk Strukturen zu geben, die zukünftige Arbeitsweise festzulegen und Verantwortlichkeiten zu besprechen und zu vereinbaren.

  1. Begrüßung Alfons Adam
  • Rückblick: Alfons berichtet von den zurückliegenden Monaten seit der Gründung und dem riesigen Interesse von über 600 Kolleginnen und Kollegen an dem Bundesnetzwerk. Alfons sammelt die Mailadressen mit dem Einverständnis der Interessenten und dem Ziel mittelfristig keine Mailadressen mehr zu speichern, sondern nur noch über die Internetplattform zu kommunizieren. Weitere Teilnehmer berichten davon, dass Sie den Aufruf in ihren Netzwerken verteilt haben und ebenfalls nur positive Rückmeldungen erhalten haben.
  • Diskussion: über die Struktur des Bundesnetzwerkes und der Frage, sollte man einen Verein gründen oder als Aktionsbündnis zu arbeiten. Es wird mehrheitlich beschlossen, das Bundesnetzwerk als ein Aktionsbündnis zu leiten und so die Verrichtung der Aufgaben abzubilden. Dazu bedarf es Regeln, die in den folgenden Absätzen beschrieben sind.
  • Zukünftige Organisation des Bundesnetzwerkes: Alfons Adam übernimmt weiterhin die Aufgabe als Ansprechpartner und ist über die bekannte Mailadresse zu erreichen.
  • Sprecherrat: Darüber hinaus wird beschlossen, einen Sprecherrat aus 7 Mitgliedern der Anwesenden zu wählen, der gemeinsam über die weiteren Aktivitäten des Bundesnetzwerkes entscheidet. Bei Unstimmigkeiten entscheidet eine Zweidrittelmehrheit des Sprecherrats. Zu besonderen Themen wird der Gründerkreis des Netzwerkes eingeladen oder per Umlauf beteiligt. Der Kreis geht aus den Gründungsmitgliedern und den weiteren Teilnehmern des Workshops am 08.01.2020 hervor. In den Sprecherrat werden folgende Kolleginnen und Kollegen gewählt. Alfons Adam, Silke Buchborn, Jörg Dorka, Ulrike Hepperle, Kilian Roth, Peter Sdorra und Jörg Stahl.
  • Internetplattform. Es wir einstimmig vereinbart, dass die Internetplattform nur für Themen genutzt wird, die für Schwerbehindertenvertretungen in ihrer Arbeit relevant sind. Die Internetplattform soll für jeden einsehbar sein und wird von einer Gruppe, die im Anschluss gewählt wurde, inhaltlich weiter ausgestaltet. Für die Gruppe melden sich 7 Kolleginnen und Kollegen, die von den Anwesenden einstimmig bestätigt werden: Alfons Adam, Silke Buchborn, Jörg Dorka, Stephan Heinicke, Peter Sdorra, Heidi Stuffer und Günter Uhlworm. Diese Gruppe entscheidet später im Umlauf welche Inhalte auf die Internetplattform gestellt werden.
  • Beispiele der Inhalte der Internetplattform sind: das BTHG, die UN-Behindertenrechtskonvention, Barrierefreiheit, behindertenpolitische Themen usw. Weiter wollen wir unser Netzwerk zu schon bestehenden Unterstützern in der Behindertenpolitik für die Arbeit der Schwerbehindertenvertretungen verlinken. Das Bundesnetzwerk ist auf Input aus der Wissenschaft, der Gewerkschaften, der Verbände, der Politik und seiner interessierten Mitglieder angewiesen, um wichtige Informationen den Schwerbehindertenvertretungen über die Internetplattform zur Verfügung zu stellen und zu teilen. Wir wollen, können und dürfen keine Beratung von Schwerbehindertenvertretungen oder Betroffenen anbieten, dafür gibt es die uns bekannten Strukturen bei den Gewerkschaften, Verbänden oder auch Anwälten. 
  • Kommunikation: Wir wollen erreichen, dass wir über unsere Internetplattform in eine Kommunikation eintreten können. Uns ist bewusst, dass es noch ein weiter Weg ist. Persönliche Treffen oder Veranstaltungen wollen wir auf ein Minimum begrenzen und möglichst über die digitalen Medien kommunizieren.
  • Ansprechbar für die Politik in behindertenpolitischen Fragen: Wir wollen einen Weg finden, der bis heute nicht im Gesetz verankert ist, um uns der Politik in behindertenpolitischen Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen. Nach dem Motto, nicht über uns Schwerbehindertenvertreter, sondern mit uns. Dazu werden wir weitere Gespräche aufnehmen und einen Kreis aus unseren beteiligten Arbeitskreisen und Arbeitsgemeinschaften bilden.
  1. Zurzeit blicken wir auf folgende Arbeitskreise, Arbeitsgemeinschaften SBVen und hoffen, dass sich mittelfristig alle zur Mitarbeit bereit erklären und uns ihre Vertreter nennen.

AGSV Bund, AGSV Länder, Arbeitskreis der Schwerbehindertenvertretungen aus der deutschen Automobilindustrie, Arbeitskreis IBW Interessengemeinschaft Behindertenvertreter deutscher Wirtschafsunternehmen DAX 30, Arbeitsgemeinschaft SBV NRW, Arbeitskreis SBV Oberbayern, Arbeitskreis deutsche Stahlindustrie, Gewerkschaften, Kirche, Arbeitsgemeinschaft SNOBO, Wissenschaft und viele Schwerbehindertenvertretungen aus dem Gründerkreis.

Als nächsten Schritte werden wir uns intensiv um unsere Internetplattform kümmern, sie mit Leben erfüllen, weiter die Werbetrommel für uns rühren und uns vernetzen.

Bundesnetzwerksbv.de

Als Sprecher im Namen des Gründerkreises

Alfons Adam

Mobile +49 (0)1 60-86 70 70 2

Mailto: Alfons.A.Adam@daimler.com

Gründungsaufruf des Bundesnetzwerks der Schwerbehindertenvertretungen

Liebe Kollegin, lieber Kollege,
auch 100 Jahre nach der gesetzlichen Verankerung der Interessenvertretung
behinderter Arbeitnehmer und 10 Jahre nach Inkrafttreten der UN-BRK in
Deutschland ist die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung
insbesondere im Arbeitsleben noch lange nicht selbstverständlich.
Bei Beginn und Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie der Ausgestaltung von
Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit Behinderung werden die Schutzvorschriften häufig
nicht beachtet. Hier wirken die Schwerbehindertenvertretungen mit, dass
Arbeitsbedingungen entsprechend den Bedürfnissen der behinderten Kolleginnen
und Kollegen gestaltet werden. Damit wird die Grundlage für die gleichberechtigte
Teilhabe auch am gesellschaftlichen Leben gesichert.
Hinzu kommt, dass die Erfordernisse für die Teilhabe von Menschen mit
Behinderung am Arbeitsleben in Gesetzen und andere Rechtsvorschriften zu häufig
nicht berücksichtigt werden.
Hier sind umfassend informierte und aktive Schwerbehindertenvertretungen
gefordert. Das bedeutet, dass wir Schwerbehindertenvertretungen uns gut vernetzen
müssen, um die in unserem Bereich vorhandenen vielfältigen Ressourcen zum
Wohle Aller optimal zu nutzen, aber auch, um uns in den Willensbildungsprozess bei
der Entstehung von Gesetzen und deren Umsetzung einbringen zu können.
Dass wir hier in der Vergangenheit schon einige Erfolge erzielt haben, zeigt die
Entstehung des BTHG. Die Abstimmungen zu unseren Themen, die letztendlich zu
den Erfolgen geführt haben, waren in der Vergangenheit allerdings oftmals eher
zufällig. Hier wurde ganz deutlich, wie wichtig eine gute Vernetzung und auch gute
Kontakte zu politischen Verantwortungsträgern und die größtmögliche Beteiligung
der Betroffenen und ihrer Interessenvertreter an Protesten gegen derartige Vorhaben
ist.


Daher haben sich etwa 10 Schwerbehindertenvertretungen und Teilnehmern aus der
Wissenschaft, den Gewerkschaften und des VdK, zunächst unter dem Dach des
DGB zusammengefunden, um sich gegenseitig über ihre Gespräche mit Politikern zu
informieren und weitere Vorhaben abzustimmen. Dabei ist allen klar geworden, dass
viel mehr Konzern-, Gesamt- und örtliche Schwerbehindertenvertretungen –
unabhängig von deren Gewerkschaftszugehörigkeit – in diesen Prozess eingebunden
werden müssen. Gleichzeitig sollen die vorhandenen Informationen und
Kompetenzen einen möglichst großen Verteilerkreis erreichen.
Am 26. September 2019 haben sich wiederum in Berlin 30 Vertreterinnen und
Vertreter verschiedenster Schwerbehindertenvertretungen aus Wirtschaft und
öffentlichem Dienst, Organisationen, Gewerkschaften, Verbände, Arbeitskreise auf
Landes- und Bundesebene und weitere Akteure getroffen, um ein Netzwerk der
Schwerbehindertenvertretungen in Deutschland ins Leben zu rufen.
Die Idee ist, eine möglichst große Anzahl von uns Schwerbehindertenvertreterinnen
und- Vertretern zu vernetzen, um unsere Interessen zu bündeln, unsere vielfältigen
Kompetenzen besser zu nutzen und dieses Netzwerk als einen Ansprechpartner für
die Politik, Verbände und Wissenschaft zu etablieren.
Dazu wollen wir das
Bundesnetzwerk der Schwerbehindertenvertretungen (BNW SBV)
gründen.


Das Bundesnetzwerk der Schwerbehindertenvertretungen versteht sich als ein
ehrenamtliches Netzwerk von Schwerbehindertenvertretungen für
Schwerbehindertenvertretungen und will zukünftig über eine Internetplattform an
unsere Teilnehmer und Interessierte die nötige Kommunikation aufbauen.
Ziele dieses Netzwerks sind darüber hinaus, dass wir uns mit möglichst vielen
Schwerbehindertenvertretungen aus Betrieben, Behörden und Kirchen vernetzen,
uns gegenseitig über aktuelle Entwicklungen im Schwerbehindertenbereich
informieren, bei uns vorhandene Kompetenzen bündeln, uns über beabsichtigte
gesetzliche Änderungen unterrichten sowie gegenüber der Politik und Verbänden mit
einer Stimme sprechen. Auch wollen wir Aktionen für oder gegen Vorhaben der
Bundesregierung abstimmen und uns dabei unterstützen.
Die beiden Berliner Treffen waren der Beginn des Weges. Ein weiteres Treffen soll
am 08. Januar in Hildesheim stattfinden zu dem wir noch gezielt einige Arbeitskreise und
Arbeitsgemeinschaften-Sprecher einladen wollen.
Das Netzwerk wird zunächst von seinem Initiator Alfons Adam geleitet. Unterstützt
wird das BNW SBV neben den unten aufgeführten Erstunterzeichnern auch von
anerkannten Rechtsexperten wie Frau Prof. Mathilde Niehaus Uni Köln, Herr Prof.
Franz Josef Düwell Uni Konstanz, Herr Prof. Wolfhard Kohte Uni Halle und
Verbänden, Frau Dorothee Czennia, Sozialverband VdK Deutschland e. V.
Weitere Experten sind angefragt.


Wir rufen alle Schwerbehindertenvertretungen und ihre Organisationen auf, sich uns
anzuschließen. Jeder, der sich aktiv für behinderte Menschen im Arbeitsleben
engagieren möchte und gute Ideen dazu hat, ist herzlich willkommen und kann sich
bei Alfons Adam (Email: alfons.a.adam@daimler.com) melden.


Die Erstunterzeichner dieses Aufrufs sind:
Alfons Adam, Bremen, GBV Daimler, Sprecher des AK Automobil
Jürgen Bauch, Verdi Hannover
Silke Bender, GSBV SAP
Nils Bolwig, Frankfurt, GSBV IG Metall
Silke Buchborn, SBV Diakonie Himmelstür, Hildesheim
Bernward Budde, IG-Metall Bildungsstätte Berlin
Jörg Dorka, SBV/Stellv. GSBV Evonik,
Dr. Peter Sdorra, Berlin, HVP der Richter
Katharina Engel, SBV Auswärtiges Amt AGSV Bund
Helmut Fach, GSBV Zentren für Psychiatrie, Bad Schussenried
Melanie Grunow, ver.di
Robert Haas, SBV Bayrische Versorgungskammer, München
Volker Hansmann, SBV/GSBV Rubber Group
Stephan Heinicke. SBV Arbeitsagentur Osnabrück
Silvia Helbig DGB Bundesvorstand Berlin
Ulrike Hepperle, SBV Leibnitz Universität Hannover
Felizitas Ißelmann, ver.di BAK Behindertenpolitik
Petra Jensen, SBV, Deutsche Angestellten Akademie, Kiel
Josef Kessler, Netzwerk SNOBO
Thomas Klopp, GSBV/SBV ZF Friedrichshafen AG
Jens-Dieter Müller, HVP Ministeriums der Finanzen Brandenburg, AGSV Länder
Steffen Pietsch, KSVP Deutsche Bahn AG
Frank Richter, SBV Deutscher Beamtenbund, SBV
Rainer Ritter, HVP Berlin
Kilian Roth, GSBV Evonik, Arbeitskreis IBW
Jörg Stahl, GSBV, AGSV Länder, Freie Hansestadt Hamburg
Christian Stichternath, HSBV Nds. MWK und LAGSV Nds.
Uwe Queck, SBV Jobcenter Berlin Lichtenberg
Helmut Weis-Erb, Bundesvorsitzender, SBV, Jobcenter
Martin Wolters, KSBV/SBV, Peine Träger GmbH
Martin Wolters, KSBV/SBV, Peine Träger GmbH